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Unterrichtsbausteine

II. Unterrichtsbausteine

Pädagogisch-Theologisches Zentrum (Herausgeber): Anknüpfen - Praxisideen für die Konfirmandenarbeit, inklusive CD-ROM, Calwer Verlag, Stuttgart 2005, ISBN 3-7668-3901-2, 25 Euro

Die „Praxisideen anknüpfen“, die nun im Calwer Verlag erscheinen, bestehen zu einem großen Teil aus Artikeln, die bereits in „anknüpfen Bausteine“ und „anknüpfen Journal“ veröffentlicht wurden. Sie beschrieben in sehr detaillierter und präziser Weise Unterrichtsverlauf, Materialbedarf und Vorbereitungsaufwand. Im Zentrum steht die Aufgabe, solche Prozesse in Gang zu bringen, die die Jugendlichen in das Thema involvieren und sie zu eigene Ausdrucksformen ermutigen. Daher wird sehr viel Sorgfalt auf die Kleinschrittigkeit der Impulse verwendet, damit der Unterrichtsverlauf genauso übernommen werden kann oder zur eigenen Weiterbeschäftigung anregt.
Allerdings sind die Praxisideen weit mehr als eine reine Wiederholung von „anknüpfen“. Die Artikel sind nun thematisch so zusammengefasst, dass sich mit den Praxisideen ein ganzes Jahr Konfirmandenarbeit konzipieren und durchführen lässt. Vorschläge dazu finden sich auf der beiliegenden CD-Rom. Sie enthalten, neben den klassischen Themen alle wesentlichen Dinge, die die Konfirmandenarbeit ausmachen: Ehrenamtliche, Elternarbeit, Modelle und Arbeitsformen, Gottesdienste, etc. Fast völlig neu ist das Kapitel zur Konfirmation, das ganz unterschiedliche Konfirmationsverständnisse vorstellt und in Beispielen auch darstellt.
Neu sind auch zwei weitere Bestandteile: eine CD-Rom und ein Begleitbuch „Meine Konfirmation“ (siehe dazu Besprechung unten).
Die CD-Rom beinhaltet im Kapitel „Planung und Organisation“ Stundenplaner, Anmeldeformulare, Einladungsbriefe, die abgewandelt auf die eigene Gemeinde einfach zu übernehmen und zu gestalten sind.
Ferner werden Ideen zur Arbeit mit dem Begleitbuch „Meine Konfirmation“ vorgestellt, wie Andachts- und Unterrichtsimpulse und wie mit dem Bild- und Textmaterial gearbeitet werden kann. Ganz neu wird darauf erstmals ein „Abendmahlsspiel“ zu finden sein, das sich sowohl in Klasse 8 wie (in abgewandelter Form) in Konfi3 verwenden lässt und aus der Praxiserprobung viele begeisterte Rückmeldungen erhalten hat.
Und last but not least finden sich noch viele Artikel aus „anknüpfen“, die die Konfirmandenarbeit ergänzen, aber im Buch keinen Platz mehr gefunden haben.

Martin Hinderer

Martin Hinderer, Bernd Wildermuth, Thomas Ebinger:
„Anknüpfen – Meine Konfirmation“, 48 Seiten, Stuttgart, Calwer Verlag 2005, ISBN 3-7668-3900-4, Staffelpreis ab 4,90 Euro
„Anknüpfen – Meine Konfirmation“ wird vom Calwer Verlag als „Geschenkbuch“ beworben. Doch die Autoren Martin Hinderer, Bernd Wildermuth und Thomas Ebinger sind einen interessanteren Weg gegangen: Der Band ist Begleitbuch, Andachtsbuch, Geschenkband, und (eingeschränkt) Arbeitsbuch in einem! Diese Konzeption ist meines Erachtens in dieser Form bislang einmalig und wird eine Marktlücke schließen.
Auf je drei Doppelseiten werden die Themen „Kirche“, „Taufe“, „Abendmahl“, „Gebet“, „Zehn Gebote“, „Glaubensbekenntnis“ und „Konfirmation“ behandelt. Eröffnet wird jedes Thema mit einem „Blickfang“, einem einprägsamen, großformatigen Bild, das einen verfremdeten Zugang zum Thema herstellt und sich vorzüglich als Andachtsimpuls eignet. Auf der zweiten Doppelseite wird in knapper Weise mit den Lerntexten, kurzen Erklärungen und prägnanten Bildern die Bedeutung des Themas vorgestellt. Die dritte Doppelseite schließlich sucht die Bedeutung des Themas in der Lebenswelt der Jugendlichen, indem ihre Fragen, Antworten und Ansichten aufgegriffen werden. Beispiel: „Der Abendmahlstisch ist kein Richtertisch, vor dem du stehst und an dem über dich geurteilt wird, kein Ladentisch, an dem dir irgendjemand etwas verkaufen möchte, kein Schreibtisch, an dem du Schularbeiten oder sonst etwas erledigen musst, kein Stammtisch, zu dem du nur kommen kannst, wenn du die anderen alle kennst und sie dich einladen.“
Als Begleitbuch für den Konfirmandenunterricht enthält „Anknüpfen – Meine Konfirmation“ alle in der württembergischen Rahmenordnung vorgesehenen Memoriertexte, die hier jedoch in ihrem theologischen Zusammenhang geboten werden. Die Zuordnung des Lernstoffes zu den erläuternden Texten erleichtert und vertieft zugleich den Zugang für die Lernenden. So wird das Verstehen dessen, was man lernt, befördert. Viele Impulse und Bilder laden darüber hinaus zum Nachdenken über das Gelernte ein, was den Band auch als Andachtsbuch empfiehlt.
Es empfiehlt sich, das Buch als Geschenk der Kirchengemeinde an die Konfirmandinnen und Konfirmanden zu Beginn(!) des Konfirmandenjahres einzusetzen. Dadurch erhalten die Jugendlichen nicht nur ein Begleitbuch für den Unterricht, sondern auch eine pädagogisch und theologisch wertvolle Zusammenfassung des christlichen Glaubens – ein hochwertiges Geschenk mit bleibendem Erinnerungswert.
Durch die klare Strukturierung und die von Pfarrerinnen und Pfarrern oft gewünschte pädagogische Elementarisierung ist der Band auch als (ergänzendes) Arbeitsbuch im Konfirmandenunterricht zu verwenden, obwohl er eine klassische „Konfirmandenmappe“ nicht ersetzen kann und will. Seine multiplen Einsatzmöglichkeiten empfehlen „Anknüpfen – Meine Konfirmation“ für eine – nicht nur württembergische! - Konfirmandenarbeit, die an der Lebenswelt und den Fragen von Jugendlichen interessiert ist und gleichzeitig den Bezug zur reformatorischen Katechismustradition bewahren will. Ein gelungener Wurf!

Thomas Binder

Hans-Ulrich Keßler, Burkhardt Nolte:
Konfis auf Gottsuche, 184 Seiten plus CD-ROM
Gütersloher Verlagshaus 2003, ISBN 3579032941, 19,95 Euro

Wer endlich einmal ein Buch zur Konfirmandenarbeit lesen möchte, das soviel Lesefreude beschert wie ein guter Krimi, der liegt bei „Konfis auf Gottsuche“ von Hans-Ulrich Kessler und Burkhard Nolde goldrichtig. In einer klaren unverbrauchten Sprache wird die Lebens- und Glaubensrealität von Konfirmandinnen und Konfirmanden und deren Eltern angesprochen ohne dass auf theologische Verbrämungen oder euphemistische Wortspielereien zurückgegriffen werden muss. Diese klare Sicht auf die Realität ist erfrischend und befreiend zugleich. Dennoch – oder gerade deshalb? – ist dieses Buch alles andere als oberflächlich. Dieser Tiefgang durchzieht das gesamte Buch und findet sich eben nicht nur im Grundsatz- (erstes Kapitel) und im „Drumherum-Kapitel“ (zweites Kapitel), sondern auch in den Hinführungen zu den Unterrichtsplänen des dritten Kapitels.
Im Mittelpunkt des Buches steht die Gottesfrage. Auf mehr als 50 Seiten entfalten und begründen die Autoren ihre „Gottesmethode“. Dabei steht am Anfang die Unterscheidung eines „lernen über etwas“ von einem „lernen von jemandem“ und die theologisch wohl begründete Erkenntnis, dass es im Blick auf Gott „kein Lernen über“ sondern nur „ein Lernen von“ geben kann. Gott wird somit „Subjekt aller religiösen Lernprozesse“.
Auf dieser Grundlage werden die konkreten Themen der Konfirmandenarbeit entfaltet, und zwar auf höchst kreative Weise und immer nach der Didaktik: Produkt – Botschaft - Öffentlichkeit. Vom „Jesus-Brett“, über „Jenseitskisten“ bis zum „Abendmahlsspiel“, das ist wirklich handlungsorientierte Konfirmandenarbeit! Für die Praxis hilfreich sind dabei die detaillierten Verlaufspläne unter dem Stichwort „Soundauchanders“. Auch in diesem Baustein-Kapitel überträgt sich die Lust der Verfasser an der Konfirmandenarbeit sofort auf den Leser. Man wird mit hinein genommen und denkt mehr als einmal „Mensch, toll! So könnte es klappen! Am besten gleich ausprobieren!“. Die beigefügten Arbeitsblätter auf der CD lassen sich problemlos öffnen und individuell gestalten.
Kritisch anzumerken ist allenfalls, dass sich kreative Arbeiten oft besser im Bild als im Wort wahrnehmen lassen. Eine Bebilderung und Fotos aus der Erprobung wäre an vielen Stellen hilfreich: „Ach, so könnte das aussehen!“ Sie wären das Sahnehäubchen auf einem durch und durch gelungenen Buch gewesen.
„Konfis auf Gottsuche“ ist auf keinen Fall nur etwas für die Hand des Pfarrers und der Pfarrerin, sondern könnte für ehrenamtliche Mitarbeiter so etwas wie ein Grund- und Aufbaukurs zur Konfirmandenarbeit in einem sein. Kurzum: „Konfis auf Gottsuche“ ist zurzeit das Buch in der Konfirmandenarbeit.

Bernd Wildermuth

Sven-Olaf Lütz, Andreas Quattlender:
Erlebnisorientierte Konfirmandenarbeit, Patmos Verlag, Düsseldorf, 318 Seiten, erste Auflage 1999, ISBN 3-491-70312-3, 22 Euro

Längst ist dieses Buch ein Bestseller geworden und besser bekannt als „Möckmühler-Modell“, nach dem nicht wenige Gemeinden ihre Konfirmandenarbeit ausrichten oder sich zumindest von ihm inspirieren lassen, denn es setzt nicht mehr auf den klassischen Unterricht am Mittwochnachmittag, sondern auf Konfirmandenabende und –Tage. Und auch sonst ist manches ungewöhnlich in diesem Buch.
Es hat einen knappen, konzeptionellen Teil, der sich mit den Grundprinzipien der Konfirmandenarbeit – im Gegensatz zum Konfirmandenunterricht - auseinandersetzt und das Möckmühler-Modell erläutert. Und einen zweiten ganz praktischen Teil, der bis ins Detail hinein sorgfältig ausgearbeitete Entwürfe liefert.
Das Buch setzt in konsequenter Weise das um, was die Rahmenordnung für Konfirmandenarbeit mit dem „Perspektivenwechsel“ eingeläutet hat. Die Konfirmanden stehen mit ihren Erfahrungen im Mittelpunkt. Dies bedeutet zwar keine generelle Absage an die traditionelle christliche Themen, wie die Autoren beteuern, aber die Autoren gehen von den Themen der Jugendlichen aus und da kann es, muss es aber nicht, Bezugspunkte zu den klassischen Katechismusthemen geben. Konsequenterweise ist das Buch daher auch nicht nach den Katechismusthemen aufgebaut, – und es finden sich auch nicht alle im Buch wieder - sondern nach vermuteten Themen der Jugendlichen wie „Gewalt und Gewaltverzicht“, „Schuld und Vergebung“, „Frieden und Gerechtigkeit“, Umgang mit dem Fremden“, „Umgang mit Behinderten“ Und neben bekannten Themen wie „Gebet“, „Gemeinschaft“, „Gottesdienst“, taucht dann auch ein so überraschendes Thema wie „Christen und Politik“ auf.
Und überraschend ist das Buch allemal, wie es diese Themen anpackt und auf sehr kreative Weise umsetzt. Da werden Schweißer-Vollschutzbrillen (aus dem Baumarkt) zu „Röhrenbrillen“ umgebaut, um an einer Station des Behindertenparcours zu demonstrieren, wie schwierig es für sehbehinderte Menschen ist zu schreiben. Oder ein (riskantes) „Täter-Opfer-Spiel“ gewagt, das allerdings viel Fingerspitzengefühl verlangt.
Hier lösen die Autoren, wie bei allen Themeneinheiten ein, dass es in ihrem Buch um erlebnisorientierte Konfirmandenarbeit geht. Dabei stehen nicht spektakuläre (Outdoor-) Aktionen im Mittelpunkt, sondern die alltäglichen Erfahrungen der Jugendlichen, die auf- und ernst genommen werden, indem es immer um Erfahrungen geht: mit sich selbst, mit der Gruppe, mit Gott. Dementsprechend gibt es zu allen Themen erfahrungsorientierte Zugänge. Die Grundlage dafür bildet die Erlebnispädagogik, in die von den Autoren in verständlicher Weise so eingeführt wird, dass das Prinzip, nach dem die Autoren arbeiten, auch einsichtig wird.
Wer erfahrungsorientierte Zugänge in seiner Konfirmandenarbeit sucht, der findet hier reichlich und gut konzipierte Beispiele dafür. Insbesondere für alle, die ihre Konfirmandenarbeit um Seminar- und Blocktage bereichern, finden hier einen reichlichen Fundus an Ideen, wie sie den Tag so gestalten können, dass es ganz bestimmt niemand langweilig wird und dennoch das Thema nicht aus den Augen verloren wird.

Martin Hinderer

Thomas Erne / Sabine Jocher:
Wo geht’s hier zum Leben? Was Gott mit deinem Alltag zu tun hat, 128 Seiten, Gabriel-Verlag, Stuttgart/Wien 2005, ISBN 3 522 30072 6, 9,95 Euro

Was hat Gott mit mir zu tun? Woran glaube ich ganz fest und woran überhaupt nicht? Wie komme ich zu einem eigenen Standpunkt zu den Fragen des christlichen Glaubens?
Fragen von Jugendlichen im Konfirmandenalter.
Zu diesen Fragen wollen die rund 130 Seiten des vorliegenden Buches Hilfestellungen leisten. Dabei werden keine fertigen Antworten Hauptamtlicher vorgetragen, sondern Jugendliche haben ein Buch für Jugendliche gemacht.
Zusammengetragen wurden die Meinungen von Gemeindepfarrer Dr. Thomas Erne und der Erziehungswissenschaftlerin Sabine Jocher. Sie präsentieren in diesem Buch Höhepunkte aus ihrer Konfirmandenarbeit der vergangenen sechs Jahre in der Kirchengemeinde Köngen im Dekanat Esslingen.
In Köngen findet der Konfirmandenunterricht nicht in den Klassen 7/8 statt, sondern in 8/9, ein erheblicher Unterschied, der mit zu bedenken ist.
Die Konfirmandinnen und Konfirmanden mündig zu machen, ihnen zu helfen, eigene, feste Standpunkte gerade auch im Blick auf den christlichen Glauben zu entwickeln, das ist das Ziel, das sich Erne und Jocher mit ihrer Arbeit gesetzt haben.
Alle wichtigen Themen der Konfirmandenarbeit werden angesprochen: Glaubensbekenntnis, Gott, Jesus, Taufe, Gebet …. Für jeden Abschnitt gibt es zunächst einen Aufhänger und einige Infos; wichtige Texte werden aufgezählt, ebenso O-Töne der Jugendlichen zu diesem Thema und Texte, die sie selbst verfasst haben (beispielsweise das Glaubensbekenntnis als Rap).
Anspiele der Jugendlichen werden genial in Comic-Form umgesetzt.
Das Layout ist pfiffig, ebenso gewöhnungsbedürftig wie aktuell; in jedem Fall spricht es die Jugendlichen an. Es will kein Buch zum Durcharbeiten sein, sondern möchte als offenes Buch anregen und zum eigenen Weiterschreiben ermutigen.
Ich habe es einigen meiner Konfirmanden zum Lesen gegeben. Sie fanden besonders die verschiedenen Meinungen der Konfirmanden zu einzelnen Themen gut. Sie fanden es auch ehrlich, dass die ganze Bandbreite verschiedener Meinungen von Jugendlichen vertreten wurde, wie etwa die Pro- und Contra- Stimmen zum Thema Taufe.
„Warum dein Standpunkt wichtig ist“; so beginnt das letzte Kapitel des Buchs. Es ist vielen Konfirmanden zu wünschen, dass sie aus diesem Buch Anregungen erfahren, ihren eigenen Standpunkt zu Fragen des Glaubens zu finden.

Matthias Vosseler

Arbeitsbücher / Mappen